Paisley

Montag, 14. Juni 2010

Dann gab es während der Stadtführung in Münster noch eine lustige Geschichte. Die junge Frau die uns durch Münster begleitete las uns ein Märchen in einer eigenartigen Sprache vor (Masematte - die Sprache des fahrenden Volkes). Ich hatte davon noch nie gehört, aber erstaunlicher Weise kommt einem doch das ein oder andere bekannt vor. Euch vielleicht auch.

Rotdohlinchen
Es war einmal ein korantes Anim, das böschte immer mittem roten Dohling durch die Bendine. Deshalb laberte jeder Hegel es als "Rotdohlinchen" an. Eines Tages schmuste die Alsche von dem Anim : "Los, schemm mal zu Oma. Schuck ihr was zu Achilen und was zum Picheln. Aber sei mucker und scherbel nich vonne Strehle runter. "Rotdohlinchen" teilachte los.
Plötzlich böschte ein schofler Keilof aus`m Gebüsch. "Maschemau, Rotdohlinchen" schmuste er, "wo willste denn hinschemmen ?". Rotdohlinchen rackewelte vonne Oma, dasse ihr wat zu frengeln und zu schickern schucken wollte. Der Keilof schmergelte sich einen und laberte für sich: "da musse was jovles ausbaldowern, dasse die Tölen beide verspachteln kannz". Und deshalb schmuste er der kotenen Kaline : "Reun doch mal die toften Blumen, willze nichten Sträußchen für deine Oma bewirchen?". Rotdohlinchen fand das jovel und latschte los Blumen ausbaldowern.
Der schofle Keilof aber tigerte tacko zum Beis vonne Oma und dellet anne Tür. "Die Tür is auf", schallerte die Schabo. Der Keilof schemmte rein, böschte zur Poofe und verspachtelte die Ische. Dann zog der alte Figinenköster ihre Kowe an und haute sich inne Firche und miemte einen auf Oma. Als Rotdohlinchen das Beis von ihre Oma dibberte, muckerte sie tacko dasse Tür auf war. Sie schemmte in das Backs, teilachte zur Poofe und fand, daß ihre Oma hamel meschugge ausse Klamotten reunte.
Rotdohlinchen schmuste : "Was hasse den für große Röllekes?". "Damit ich dich joveler dibbern kann!". "Was hasse denn für eine schofel große Gosche?". "Damit ich dich jovel verspachteln kann." Und kaum hatte der Keilof das gelabert, da böschte er ausse Firche und frengelte auch den Koten mit den roten Obermann. Dann haute sich der Keilof wieder inne Firche und poofte.
Es dauerte nicht lange, da tigerte der Mispel an dem Beis vorbei. Der Seeger dachte: Was schnarcht die Oma so hamel willze doch nach ihr kneistern. Er schemmte in das Backs und dibberte wie der Keilof inne Firche am ratzen war. Er wollte gerade seinen Kamangerie, seinen Ballermann ausse Chatte ziehen, da muckerte er, daß der Koten und die Alsche doch noch nicht mulo und noch zu retten waren. Er nahm seine Plotte inne Feme und burkte dem Keilof die Wampe auf. Oma und Dohlinchen böschten tacko raus. Dann stopften sie dem Keilof die Plautze mit Steinen voll und nähten sie wieder zu. Als der schofle Keilof ausgepooft hatte, hatte er hamel Brand. Er wollte zum Brunnen teilachen aber er fiel mulo um. Rotdohlinchen aber lebte weiter. Und wenn sie nicht mulo ist, dann schemmt sie noch heute mit den roten Obermann durch die Bendine.

1 Kommentar:

  1. Hallo Yvonne,
    lachmichschlapp, ist das herrlich :-)). Ich wußte von dieser Sprache auch noch nichts, aber es ist sehr interessant, was sich darin alles wiederfindet.

    Liebe Grüße
    Iris

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LG Yvonne